Moro Reflex

Der Moro-Reflex ermöglicht den ersten Atemzug direkt nach der Geburt. Der Moro-Reflex ist mit allen Sinnen verbunden und ist wichtig für das Überleben des Neugeborenen. Er kann vestibulär, taktil, kinästhetisch, auditiv, visuell und olfaktorisch ausgelöst werden. Das Auslösen dieses Reflexes bewirkt zum einen eine Reaktion im sympathischen Nervensystem (Kämpfen oder Fliehen), zum anderen werden hormonelle Prozesse ausgelöst, Adrenalin wird freigesetzt. Nach der Adrenalinausschüttung folgt dann Cortisol, das den Körper vor den ungünstigen Folgen einer zu langen Hochaktivierung durch Adrenalin schützen soll und gleichzeitig für eine erhöhte, länger anhaltende Wachsamkeit auf einem niedrigeren Niveau sorgt. Hinzu kommt, dass Cortisol in zu hoher Dosis das Immunsystem beeinträchtigt, dadurch kann eine erhöhte Infekt- oder Allergieanfälligkeit entstehen.

Wird dieser Reflex aktiviert, so spreizt das Baby Arme und Beine vom Körper ab, öffnet die Hände, legt den Kopf in den Nacken, öffnet den Mund und atmet ein. Dies ist die Phase, welche den ersten Atemzug bei der Geburt unterstützt. In der zweiten Phase findet nach einem kurzen Erstarren eine Umkehr der Bewegung statt. Der Kopf geht zur Brust, Hände, Arme und Beine schliessen sich wieder. Das Kind atmet aus und es beginnt oft zu schreien. Dieser Reflex dient dem Schutz und der Selbsterhaltung des Kindes.

Ein Kind, bei dem noch Restreaktionen des Moro-Reflexes vorhanden sind, kommt durch harmlose Reize in Alarmstimmung und muss dadurch viel mehr Sinneseindrücke verarbeiten. Es ist unfähig unwichtige Informationen auszufiltern. Dadurch kann es sich nicht auf eine Sache konzentrieren und verliert den Überblick. Wird es zu viel, schaltet es ganz ab und beginnt zu träumen oder wird hyperaktiv. Dadurch kann eine eigenartige Mischung entstehen: Einerseits bekommt das Kind alles mit, was um es herum vorgeht und trotzdem gehen oft wesentliche Dinge an ihm vorbei.

Diese Folgen können, müssen aber nicht zwingend auffällig erscheinen:

  • Überempfindlich in einem oder mehreren Sinnesbereichen (Berührung, Licht, Geräusche, Lageveränderung, Geruch, Geschmack)
  • Abneigung gegen Veränderung, liebt Routine
  • Neigung zu sich wiederholenden Verhaltensmustern
  • Schwierigkeiten Kritik zu akzeptieren
  • Phasen von Hyperaktivität und Übermüdung
  • Leicht ablenkbar (z.B. durch Lärm im Klassenzimmer)
  • Impulsivität, fühlt sich leicht angegriffen, neigt zu Wutausbrüchen und Stimmungsschwankungen
  • Neigung zu Allergien, Asthma, Autoimmunerkrankungen, Neurodermitis etc.

Ein betroffenes Kind kann ein ängstliches Kind sein, das Probleme hat Kontakt zu finden, das sich zurückzieht. Oder wir sehen ein überaktives, aggressives Kind, welches sich leicht aufregt und zu Wutausbrüchen neigt. Dieses neigt eher zu Angriffen und kommandiert gerne.
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